Open Source für Netzwerktechnik, IT-Systeme und Webanwendungen oder Microsoft und Co.?

Professionell und sicher eine Software verwenden, deren Quellen nicht zur Verfügung stehen und geheim gehalten werden?
Das funktioniert nicht, deshalb verwenden wir ausschließlich Open Source Software für sämtliche Server, Webanwendungen und sonstige IT-Systeme.

Das war früher mit Microsoft und Co.

Als vor 20 Jahren noch jemand die MCSE oder MCP Prüfung von Microsoft absolvierte, war man geteilter Meinung, ob dies nicht reine Zeitverschwendung wäre.
Viele Netzwerk-Experten waren der Ansicht, dass so eine Zertifizierung nicht schaden würde und es doch ausreichend Kunden gäbe, die Microsoft Server nutzen.
In erster Linie ist es der Support, den die Unternehmen wünschen, damit sie sich in einer gewissen Sicherheit wiegen können.
Das ist meines Erachtens jedoch eine vollkommene Fehleinschätzung, da die Abhängigkeit zu einem einzigen Unternehmen keine Sicherheit in irgendeiner Weise darstellen kann.
Ohne weitere Recherche gehe ich heute davon aus, dass sich das Blatt hier gewendet hat.
Es wird nicht lange dauern, dass Windows in seiner heutigen Form verschwindet und im Hintergrund (Kernel) ein Open Source basiertes System werkeln wird.
Falls das nicht bereits schon der Fall ist.

Die Zeiten sind vorbei

Das Unternehmen Microsoft ist zwar kaum mehr wegzudenken, doch seine Marktstrategie wird sich enorm den modernen Gegebenheiten anpassen müssen.
Das heisst im Klartext: die Zeit des Platzhirsches ist endgültig vorbei. Schon lange vorbei sind die Zeiten, als Windows gegen GEM, OS/2 usw. in die Arena trat, um sich gegen diese anderen, kommerziellen Betriebssysteme erfolgreich zu behaupten.
Der Erfolg Microsofts wurde durch die große Zahl ängstlicher Softwareentwickler gestützt, die der cleveren Verkaufsstrategie Microsofts auf den Leim gegangen waren.

Das ist heute mit Microsoft und Co.

Es ist jedoch erstaunlich, dass sehr viele “IT-Spezialisten” heute immer noch mit Microsoft Produkten werben, seien es Server oder Client Anwendungen.
Nach insgesamt 35 Jahren Erfahrung in der IT (20 Jahre davon beruflich bedingt), kann ich getrost behaupten:
Die sichersten und stabilsten IT-Systeme entstehen frei und unabhängig durch Open Source Communities.
Software-Standards zu definieren ist schon lange nicht mehr Privileg der Konzerne und Unternehmen, sondern diese entstehen aus Open Source Gemeinden heraus. Und werden von den Konzernen eventuell mitentwickelt, bzw. einfach angenommen.

Es sind eben diese Communities, die vorarbeiten und nach denen sich die anderen richten.
Jeder, der Programmieren kann, darf an Open Source Projekten mitwirken. Das ist das Tolle an Open Source. Als angenehmer Nebeneffekt dieser Entwicklung steht nämlich grundsätzlich der Quellcode der Software zum Prüfen und Anpassen zu Verfügung.

Wie betrifft das unser Internet?

Auf der Basis von Open Source (nach ARPA) ist nach und nach das Internet entstanden, wie wir es heute kennen und zu schätzen wissen. Amerkanische Gesetze sind besonders liberal und die Universitäten Amerikas haben entschieden zu der Open Source Bewegung beigetragen. Auch wenn manche Konzerne wie z.B. Microsoft so tun, als hätten sie das WWW erfunden. Sie waren es nicht.

Selbst Google, bekanntlich eines der mächtigsten IT-Unternehmen der heutigen Zeit, schlägt Standards allenfalls vor.
Es ist zwar hin und wieder geneigt, eigenwillig diese zu setzen, was aber heutzutage ohne Zusammenarbeit mit den Open Source Communities fast nicht mehr möglich ist.

Was bedeutet Open Source nun für die Web-Entwicklung?

Ganz einfach: Wir verwenden, und zwar schon “immer”, Open Source Software für ALLES, was wir benötigen.
Mit anderen Worten, selbst unsere Buchhaltung wird mit GnuCash erledigt, was wiederum auf einem Debian 9 System mit Gnome als GUI läuft.
Betreffend der Webanwendungen, die wir erstellen, verhält es sich genau gleich:
Als Server Betriebssystem nutzen wir ebenfalls Debian 9 als Grundlage. Auf dieser installieren wir dann alle benötigten Server: ssh, postfix, nginx, fail2ban, iptables, quota usw.

Als CMS verwenden wir WordPress, was unter GPLv3 lizensiert und Open Source ist. Alle darauf basierenden Plugins und Entwicklungen haben diese Lizenz automatisch als Basis und sind damit grundsätzlich ebenfalls Open Source.

Was erhalten wir mit Offenem Quellcode an Vorteilen gegenüber kommerziellen Produkten?

  • Das gesamte System aus Open Source Komponenten von Server bis Web-Anwendung ist modular.
  • Jedes Modul lässt sich notfalls durch eine anderes, equivalentes ersetzen.
  • Der Quellcode ist prüfbar und lässt sich anpassen.
  • Updates, d.h. Weiterentwicklung, wird zur Routine anstatt zu lästigem Aufwand. Damit sind alle Teilbereiche des Web-Systems in der Regel immer auf höchstem technischen Niveau.

Institutionen, Unternehmen, deutsche Medien und internationale Software-Konzerne

Es fällt immer wieder deutlich auf, dass Software Giganten wie zum Beispiel Microsoft, von deutschen Medien quasi “in Schutz” genommen werden. Sobald Informationen über öffentliche, “gehackte” Software-Systeme bekannt werden, wird nie erwähnt, dass es sich fast ausschließlich um Windows-Systeme handelt. Dieser Fakt ist vermutlich auf wirtschaftliche Beziehungen von Unternehmen und Institutionen mit Partnern wie eben Microsoft zurückzuführen. Es ist tatsächlich erstaunlich, wie weit man im Leben mit brillantem Marketing kommen kann – bis hinein in die Regierungsinstanzen!

Fazit zur Verwendung von Open Source Software für Webanwendungen usw.

Google z.B. hat diesen Trend richtig erkannt. Google’s Android basiert auf Linux und damit auf Open Source. Obwohl es viele Android Derivate und Clones gibt, hält Google die Marktspitze.
Das Marketing-Prinzip des “Geheimhaltens” von Microsoft und Co. hat sich (zum Glück) nicht durchgesetzt, dafür aber Open Source für alle sicherheitsrelevanten Bereiche, v.a. für Server und Webanwendungen, aber auch für alle anderen IT-Systeme.

 

Der Auslöser für diesen Artikel war ein Kontakt-Vorschlag von Xing. Als ich die Webseite des Betreffenden geöffnet hatte, erschlug mich ein klassischer Zweispalter. 800px breit mit einem W3C-konform-Banner im Footer. Der Stil von vor 15 Jahren ungefähr. Dann Werbung zu Microsoft Office, Microsoft Server… und auch noch zertifiziert…

Open Source für Netzwerktechnik, IT-Systeme und Webanwendungen oder Microsoft und Co.?
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