SEO und Back Links aus Indien

SEO und Back Links Service günstig aus Indien

Backlinks sind für die Suchmaschinen-Sichtbarkeit, respektive SEO, selbstverständlich von großer Bedeutung. Nur ist es eine mühselige Fleißarbeit, diese zu setzen. Ich erzähle euch folgend, wie ich mir diese billig ersparen wollte und eine Firma aus Indien engagierte…
Hier also ein aktueller Erfahrungsbericht zu “SEO Unternehmen” aus Indien.
Indien ist in der IT aufstrebend und viele gute Entwickler kommen aus Indien. Und vor allem: Sie sind günstig, um nicht zu sagen, billig. Das sagt man zumindest.

Wie wir an das SEO Unternehmen gekommen sind

Wir betreiben über 30 Webseiten und auf entsprechenden Email-Accounts dazu treffen trotz amavis Spamfilter immer wieder Werbe-Mails ein. Ich habe also ohne zu recherchieren den hartnäckigsten gegriffen, um ihn direkt nach seinen Preisen für die Backlinks, die ich wollte, zu fragen.
Die Werbemail kam öfters von diesem Unternehmen und ich hatte irgendwie das Gefühl, es könnte sich mit diesem scheinbar jungen StartUp vielleicht lohnen…
Bereits der Domain-Name des SEO Unternehmens aus Indien lenkt von seiner eigentlichen Herkunft ab und prahlt mit einem Standort Amerika. Das wollte ich natürlich näher wissen und habe daraufhin die Website der indischen SEO Firma kurz unter die Lupe genommen.

Erster Eindruck der Web-Präsenz der indischen SEO Partners

  • Es handelt sich um eine günstig herzustellende WordPress Website (so wie diese) mit einigen kleinen Fehlern, wie Vertippern, was man auch Profis verzeihen kann.
  • Domain und Website sind auf einem Server von godaddy gehosted, was auf wenig Kompetenz und geringe Investition im Netzwerk-Bereich schließen läßt. Aber es geht ja auch um SEO und Backlinks, und nicht um Server.
  • Die angegebenen Locations des Unternehmens sind stark: einmal USA, einmal Kanada und einmal Indien. Erstes “Wow”.
  • Insgesamt sieht die Seite ansehnlich aus, funktioniert flüssig.
  • Das einzige, was negativ auffällt, ist der aufdringliche Zahlungstunnel, den man nicht suchen muss. Dort gibt es 3 Varianten Leistungen, jeweils monatl. zu entrichten zu $150, $300 und 450$, die ziemlich viele, ja alle SEO Leistungen, die man sich vorstellen kann, beinhalten.
    Das heißt, die Webseite ist nur für den Vertreib bestimmt. Sie besteht aus strukturierten Informationen zum Thema (in diesem Fall die SEO-Leistungen), diese geballt und möglichst vollständig, und dem Payment-Gateway.

Zustandekommen unserer “geschäftlichen Beziehungen”

Auf meine Email bekomme ich auch fast sofort Antwort. Alles auf Englich, ist klar: “Wir machen alles. Gar kein Problem. Wir bringen Sie auf die erste Seite bei Google. Vertrauen Sie uns, wir machen das schon. Ihre 40 Backlinks kosten Sie $100… pro Monat”

Zweites “Wow”. Die arbeiten ja umsonst, dachte ich. An diesem Punkt bin ich bei der SEO Firma aus Indien also schwach geworden. Ich habe die $100 auf der Webseite per PayPal bezahlt. Ganz üblich hätte ich auf dieser Website auch per Credit-Card zahlen können.

Nachdem ich die Firmen-Website ja kurz analysiert hatte, habe ich auch nichts Großartiges erwartetet. Aber ich dachte, was kann es schaden, probieren wir ein junges, indisches SEO StartUp einfach mal aus…
Das bei meiner obigen Aufzählung zuletzt genannte Warn-Merkmal hatte ich also getrost ignoriert.

In meiner darauffolgenden Email habe ich natürlich gleich bemerkt, wie sehr ich indische IT Fachleute schätze. Das es nur wegen dem Preis ist, hatte ich verschwiegen.
Ich erhielt darauf eine ganz ernste, fast beleidigt wirkende Antwort, man wäre ja nicht nur in Indien, sondern auch in Kanada und Amerika präsent. Ok, dachte ich, das sei so akzeptiert.

Unsere Erwartungen an die indischen SEO Spezialisten

Und sofort konnte ich schon Besuche auf unserer zu bewerbenden Website feststellen, und zwar aus Indien. Eine indische IP, eine zweite … So ging das dann den halben Tag. Immer wieder ein paar Zugriffe, ja, aus Indien eben. Von einem Windows 7 Rechner aus mit Google Chrome Browser. Wunderbar, warum nicht Windows 7? Das lief ja noch mit am besten von dem ganzen Microsoft-Rotz…

Das ist toll, denke ich. Fleißige Inder analysieren gerade Umfeld und Struktur unseres Onlineshops.

Bald werden sie kostbare und gut überlegte Backlinks für uns setzen. Eventuell auf deutschen News-Plattformen, in sozialen Medien usw.. Das lass ich dann mal ihre Sorge sein, denn ich hatte ja mehrmals erwähnt, daß die Quellen deutschen Ursprungs sein müssen. Die Kommentare und Texte zu den Links können in der englischen Sprache verfasst werden. Das ist, meiner Meinung nach, zweitrangig, aber dafür für die Inder machbar.

Wie arbeiten die günstigen indischen SEO Unternehmen?

Am nächsten Tag bekomme ich Post. Alle Service Seiten (Impressem, AGB, Versandbedingungen, …) sind targetiert worden.
Na super, denke ich. Was ist dann mit den Produkten, frage ich? Daraufhin kam eine Antwort, es wären wichtige Service-Seiten. Ja klar, das Menu auf unserer Website ist ja auch mit “Services” bezeichnet. Sei es drum. Warten wir ab.

Irgendwann am darauffolgenden Tag kam dann eine ausführliche Auflistung aller “technischen Mängel” unseres Online-Shops, aus irgendeiner Online-Software gezogen. Diese würde man beheben. Dazu bräuchte man die Zugangsdaten zum “c-panel” (allem Anschein nach das Webspace-Admin-Panel, das der Hoster der Website des indischen Unternehmens verwendet) und/ oder FTP Zugangsdaten zu unserer Website.

Hi Alex,

It’s good to here from you.

Alex, we will work on below mentioned plan:

Keywords: 4
Backlinks: 40
Technical issue Fixation,
Off-Page optimization,
Etc..

Here is the details of on-page issues to be fixed: If you can fix it from your end then it’s fine. Or else we need c-panel/FTP login details to fix these issues.

HTML sitemap
robots.txt
header tags & image alt for all target landing pages
custom 404 page
page speed
CSS errors
HTML error
Not mobile-friendly

Targeted Landing Pages:

[Hier folgte eine Auflistung aller Main-Links aus dem Home inkl. unnötiger Services-Pages…]

And coming to https://mxtoolbox.com/domain/theseocompanyusa.com/ , I know that Alex :). We are not investing man-hours in our own website because the site is only for information and Payment Gateway. Hope you understand.

Regards,
Kate

Jetzt wurde ich langsam sauer. Wie jetzt? Zugangsdaten, Passwörter…? Wollen die unsere Seiten verstümmeln oder schlimmeres?

Es war viel Arbeit, bis wir sie auf Google-taugliches Niveau gebracht hatten. Mit allem Drum und Dran, wie Rich-Snippets mit Sternchen für die Rezensionen und so weiter. Und überhaupt, Zugangsdaten an Unbekannte weitergeben? Wo gibt es denn sowas? Die instabile Seriosität des SEO Unternehmens aus Indien stürtze an dieser Stelle zusammen.

Ich hatte ausschließlich um Backlinks gebeten. Und zwar um deutsche und um nichts anderes.

Die Website des SEO Unternehmens aus Indien selbst

Ich machte mich daran, die Unternehmens-Webseite mit Locations in Kanada, USA und Mumbai zu anlaysieren und die Ergebnisse mit denen unseres Webshops zu vergleichen.
In allen Kategorien schnitten wir besser ab. Die Screenshots dieser Ergebnisse habe ich also meinem Sachbearbeiter, übrigens namens “Kate”, sofort gesendet und um Stellungnahme gebeten.

Jetzt war ich nicht mehr nett. Ich war böse auf die Inder, denen ich scheinbar wirklich in die Falle getappt bin.

Es kommt zum Konflikt

Ich hatte in einer Email allerdings bereits auf die eigene, mittelmäßige Website-Qualität hingewiesen und so kam es quasi zum Gefecht.
Hier also der unfreundliche Wortlaut meiner Email an “Kate”, ein SEO Spezialist aus Indien:

Hi Kate.

First let us first clear, what will be the job you should do for me… 🙂 We were talking about 40 mostly german referring links from other, mostly german, websites to www.silberkiste.com (could pointing to root – no problem, google find its way on its own).

I am working as developer, administrator, designer for almost 20 years.

[…]

Now, please let me show, what I mean about:

https://mxtoolbox.com/domain/theseocompanyusa.com/

and

https://mxtoolbox.com/domain/www.silberkiste.com/

and look at google’s mentioned to our both websites by the screenshot I send attached…

In accordance to SEO:

Please, Kate, enter “online marketing community” in google. There, at your location, where you are now.

There should be found about 1.900.000.000 (!!!) search results.

Do you see https://some.click in place?

Further I do not use cpanel.

I use ispconfig with debian buster on HPE Proliant Servers. I use Ispconfig only if I am to lazy to configure all with my hands…

[…]

If you like to work together, then please explain, for what do you need access to my wordpress installation, if I only have ordered backlinks from you?

Please do not understand wrong.

Awaiting you reply.

Best regards,

Alex from Germany

On 25.09.19 10:44, kate J wrote:
> Alex, you can provide the C-Panel details so that we can create a mail for you.
>
> And we need website credentials like FTP details/Cpanel details to fix all the on-page issues.
[…]

Noch eine Mail von mir, als ich schon wieder gebeten wurde, Zugangs-Codes zu unserer WordPress Installation rauszurücken:

[…]

First: cpanel is BAD

Second: FTP is deprecated

Third: I never give passwords away.

[…]

Have you looked at your penalties you have on your own website? Server configuration is SEO relevant.

Now: both, lighthouse and mxtoolbox show better results for my site than for yours.

Did you have a look at the screenshot I sent?

Explain, please.

Es dauerte eine Weile, bis Kate mir antwortete. Ich nehme an, er hielt erst Rücksprache mit einem Vorgesetzten…
Hier der Wortlaut:

Hi Alex,

Yes, I have gone through that. As I said, we are not investing much time in our own site because the site is only for information and Payment gateway. We are not promoting our site.

And coming to your site, the Score is very good. You are an expert, I must say.

Regards,
Kate

Man blieb also freundlich und wollte mich als Kunden anscheinend doch nicht einfach so verlieren.

Na gut, dachte ich. Sie werden bestimmt fähig sein, die gewünschten referring links für mich zu realisieren.
Allerdings stellte sich im Laufe der weiteren Korrespondenz heraus, daß man dort auf der anderen Seite, weder wusste, was z.B. ein IMAP-Account ist, geschweige denn, wie man einen Email-Client mit einem Email-Postfach verbindet.

Nichts desto Trotz wartete ich ab, da ich zahlreiche indische Zugriffe auf unsere Webseite feststellte, was denn noch kommen mag. Schließlich wird scheinbar was gearbeitet…

Nach ein paar Tagen

Ich hatte auch selbst Verbesserungen an der Webseite vorgenommen, so stiegen die Impressions und die Zugriffe an. Allerdings kamen diese Zugriffe jetzt aus China, Amerika und Indien. So ein Mist, dachte ich, und machte mich ran, bereits erfasste Referrer-Links auf unseren Shop zu überprüfen.

Und tatsächlich: Eins, zwei, drei, vier, mir unbekannte Domänen, die neuerdings auf unseren Shop zeigen. Also machte ich mich daran diese Domains aufzurufen und war wenig überrascht: Es handelte sich ausschließlich um abgelaufene Domains, deren alte Backlinks auf irgendeine Art umgeleitet wurden und nun auf gewünschte Seiten (in diesem Fall leider unser Webshop) zeigen.

So ein Vorgehen ist natürlich aus mehrer Hinsicht “bad”. Erstens sind die Backlinks keinen Pfifferling wert, da die Referrer keines bis schlechtes Domain Rating (DR) aufweisen. Ansonsten wären sie kaum frei geworden. Zweitens sind es Domains mit nicht-deutschem Ursprung. Das bedeutet, daß Google nun die geografische Einordnung unseres Shops korrigiert. Und zwar ins (von uns aus gesehen) Ausland. Und dort haben wir keine Kundschaft.

An die Spätfolgen möchte ich gar nicht denken. Der Shop hatte gerade erst begonnen, zu verkaufen…

Fazit zu preis-günstigen SEO Services aus Indien

Und so sind auch wir wieder ein wenig schlauer geworden und wissen nun:

Besser keine “Bad Links” aus Indien, alleine der Ziel-Sprache wegen. Sondern lieber die SEO gewissenhaft selber machen oder ein ansässiges, seriöses SEO Unternehmen beauftragen.
Üblicherweise optimieren wir auch selbst für uns und unsere Kunden.

Einer Aufforderung zu einer kurzen Besprechung der “SEO-Kampagne” per Video-Konferenz wich der Sachbearbeiter aus und argumentierte damit, daß er leider keine Kamera zur Verfügung hätte, da er am Desktop sitze.

Das war dann endgültig der Feierabend-Gong für diese “SEO Company” aus Indien.

Offensichtlich werden irgendwelche Methoden genutzt, die Googles Datenbankeinträge dadurch beeinflussen, daß sie referrer-links von ausgelaufenen Domains ersetzen oder umleiten. Vermutlich sind zuvor erlangte Webhosting-Zugangsdaten ebenfalls dienlich. Diese wurden ja beinahe in jeder Email angefordert.

Ich denke auch, daß die betreffende Website aus Indien Teil eines groß angelegten Netzwerks ist, das mit falschem SEO-Service Geld scheffelt. Es existieren sehr viele zu ähnliche Anbieter dieses Typs im Internet. Immer der gleiche Stil, sogar derselbe Hosting-Provider. Zahlreiche beteiligte Domains stehen im gleichen Update-Intervall, hatte ich festgestellt. Insgesamt gibt es reichlich Hinweise auf eine Art Mafia.

Die angewandte “SEO Methode” wirkt sich auf jeden Fall eher negativ auf die Suchmaschinen-Sichtbarkeit aus, deshalb haben wir diese auch nicht weiter untersucht.

Selbstverständlich bedeutet das alles in keinem Fall, daß alle indischen IT-Unternehmen zu meiden wären. Aber die breite, sich selbst aggressiv per Spam bewerbende Masse ist leider auch aus Indien nicht zu empfehlen.

SEO und Back Links aus Indien
5 (100%) 1 vote
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in SEO. Setzte ein Lesezeichen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.